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Projektinfos

  • Projektstandort

    Filderstadt in Baden-Württemberg

  • Hintergrund

    Das Nachhaltigkeits-Leitbild ist in das Stadtentwicklungskonzept eingebettet. Es verfolgt den Grundsatz der Gleichwertigkeit von Wirtschaft, Ökologie und Sozialem.

  • Detaillierte Beschreibung

    Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) der Stadt Filderstadt versteht sich als Informations- und Steuerungsinstrument für den Gemeinderat, für die Bevölkerung sowie für die Verwaltung. Der INSEK-Prozess ist interdisziplinär, integriert und damit Handlungsfelder übergreifend entstanden. Es werden gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklungen thematisiert. Neben einem räumlichen Leitbild (inklusive einem Flächennutzungsplan) steht das strategische Leitbild „Nachhaltige Stadt“. Dementsprechend wird der Prozess auch „integrierter und nachhaltiger Stadtentwicklungsprozess Filderstadt“ genannt. Nachhaltige Entwicklung in Filderstadt erfolgt nach dem Drei-Säulenmodell: Wirtschaftlich effizient und leistungsfähig, Ökologisch verträglich und Sozial gerecht und ausgeglichen. Das Drei-Säulenmodell ist mit dem Zielsystem des INSEK abgestimmt. Die Stadt Filderstadt spricht von einer nachhaltigen Entwicklung, wenn die Handlungsfelder im ISEK möglichst gleichwertig vorangebracht werden, die Projekte und Maßnahmen auch langfristig gedacht werden, die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen Berücksichtigung finden, Bürgerbeteiligungen stattgefunden haben und Leitblanken wie Klima, Artenschutz, Generationengerechtigkeit und der städtische Haushalt in Betracht gezogen werden. Derzeit werden für alle Handlungsfelder erneut in einem Bürgerbeteiligungsprozess Nachhaltigkeitskriterien entwickelt, die dann in ein Nachhaltigkeitskonzept münden werden. In Zukunft kommt noch ein Nachhaltigkeits-Projektecheck zur Prüfung der qualitativen Nachhaltigkeit für Maßnahmen und Projekte, die der Gemeinderat beschließen muss, zur Anwendung.

  • Zeitlicher Rahmen

    Seit dem Gemeinderatsbeschluss zum ISEK im Jahr 2011 bleibt das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda der Stadt und wurde mit dem Beschluss des Nachhaltigkeitsleitbildes im April 2020, dem Beschluss der Aufstellung von Nachhaltigkeitskriterien und eines Nachhaltigkeitskonzeptes ins Verwaltungshandeln fest verankert.

  • Akteure & Steuerung

    Auch die Steuerung des Nachhaltigkeitsleitbilds ist in die Steuerung des INSEKs eingebunden. Dieses Planungsinstrument zur Entwicklung der Stadt erfordert eine intensive Abstimmung zwischen verschiedenen Interessenvertretern von Bürgerschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Es bedarf daher ihres Einbezugs in die Erarbeitung. Bürgerbeteiligung ist somit ein wesentlicher Baustein in der Erarbeitung des INSEKs. 2017 und 2018 fanden mit unterschiedlichen Zusammensetzungen von Teilnehmenden drei Workshops „Nachhaltiges Filderstadt“ statt. Zudem wird mittels Indikatoren der Nachhaltigkeitsprozess gesteuert: In den letzten Jahren fand sowohl mit zwei Nachhaltigkeitsberichten mit Hilfe von Indikatoren eine Überprüfung der Nachhaltigen Entwicklung statt. Die Verwaltung hat ergänzend hierzu noch mit Hilfe von Prüfindikatoren einen sogenannten Projektecheck zur Nachhaltigkeit des INSEK mit 320 Maßnahmen und Projekten durchgeführt. Idealerweise findet eine gleichwertige Betrachtung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem innerhalb eines Projektes oder einer Maßnahme statt. Deshalb wurde ein Projektecheck „Nachhaltige Stadt Filderstadt“ auf der Grundlage des ISEK durchgeführt. Außerdem findet eine Verknüpfung dieses Checks mit der Haushaltsplanaufstellung statt. Ein positives Nachhaltigkeitsergebnis war ein Kriterium zur Umsetzung des Projektes mit Hilfe der Haushaltsplanung.

  • Kosten & Unterstützungs­möglichkeiten

    Der Prozess ist mit eigenen Ressourcen (finanziell und personell) möglich. Die Stadt wurde bislang wenig von außen unterstützt. Hilfreich sind Netzwerke und deren Treffen von RENN, Nachhaltigkeitsbüro Karlsruhe und N –Büro des UM.

Erfahrungen

  • Was lief gut? Was sind die Erfolgsfaktoren?

    Die Einführung des Begriffes mit einem breiten Dialog im Dreieck Bürger, Politik, Verwaltung war Voraussetzung für die Akzeptanz innerhalb der Verwaltung und im Gemeinderat. Die Übersetzung des abstrakten Nachhaltigkeitsbegriffes auf lokale Gegebenheiten hat den Prozess befördert. Das integrierte und trisziplinäre Setting hat zu einer breiten Akzeptanz geführt.

  • Was lief weniger gut? Was sind Hindernisse?

    Hyper-inflationäre Verwendung des Begriffes macht das Anliegen schwer. Der Prozess erfordert einen langen Atem, Geduld und Beharrlichkeit der „Prozessmotoren“, ohne die Beteiligten zu überfordern. Ohne Glück oder Zufall, den richtigen Augenblick gefunden zu haben, sind die zahlreichen Stolpersteine auch nicht immer aus dem Weg zu räumen. Das Thema konkurriert über die Jahre hinweg ständig mit neuen Themen, mit denen die Kommunen laufend herausgefordert sind. Dabei dann den Kurs zu halten, Ressourcen hierfür zu sichern, Mitstreiter*innen inner- und außerhalb zu finden, sind weitere Herausforderungen.

  • Was am Projekt / Vorhaben ist "Next Practice"?

    Elemente einer Next-Practice sind: Direkte Bürgerbeteiligung (Bürgerdialog) an Stadtplanungs- bzw. Stadtentwicklungsprozessen. Einbettung des Nachhaltigkeitsprozesses / der Erarbeitung des Leitbilds Nachhaltigkeit in einen integrierten nachhaltigen Stadtentwicklungsprozess als Informations- und Steuerungsinstrument.

  • Übertragbarkeit

    Integrierte nachhaltige Stadtentwicklungskonzepte sind etablierte Instrumente im Rahmen der Städtebauförderung. Ihre Erarbeitung zu nutzen, um die Akteure für die Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und nachhaltigkeitsorientierte Ziele zu formulieren, ist hiermit möglich und kann daher – wenn erforderlich, bei fachkundiger externer Beratung – in anderen Kommunen angewendet werden.

Weiterführende Informationen

  • SKEW: Das entwicklungspolitische Engagement von Kommunen und Zivilgesellschaft ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Um diese Entwicklung zu stärken, unterstützt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) kommunale Akteure und Aktivitäten nicht nur inhaltlich und organisatorisch, sondern auch durch geeignete finanzielle und personelle Maßnahmen.

    skew.engagement-global.de
  • Seit Anfang 2010 treffen sich auf Einladung des Rates für Nachhalti-ge Entwicklung (RNE) Oberbürgermeister*innen aus mehr als drei-ßig deutschen Städten zu einem Dialog über Fragen einer „Nachhal-tigen Stadt“. Auf der Homepage des RNE findet sich auch der Nach-haltigkeitsalmanach 2018. Er informiert über Ideen und Taten für eine zukunftsfähige, gerechte und weltoffene Gesellschaft im Jahr 2030.

    www.nachhaltigkeitsrat.de
  • Die Infothek des Zentrums für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern bietet eine Auswahl an Materialen, Studien und Artikel aus den Themenfeldern der nachhaltigen Kommunalentwicklung.

    kommunal-nachhaltig.de
  • Das Nachhaltigkeitsbüro der LUBW unterstützt Kommunen und Initiativen bei der Umsetzung von Aktivitäten für eine umweltverträgliche nachhaltige Entwicklung, die im Sinne der Nachhaltigkeit ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Hier erhalten Sie Zugang zu verschiedenen lesenswerten Arbeitspapieren, wie bspw. dem Nachhaltigkeitsatlas.

    www.lubw.baden-wuerttemberg.de