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Projektinfos

  • Projektstandort

    Landkreis Fürstenfeldbruck in Bayern

  • Hintergrund

    Im Landkreis Fürstenfeldbruck haben sich im Jahr 1997 (damals) 21 Gemeinden und 2 Städte zusammengetan und jeweils Lokale Agenden 21 für das 21. Jahrhundert erarbeitet. Darüber hinaus wurde in einem gemeinsamen Prozess 1998 ein Agenda-Leitbild und Handlungsprogramm für den Landkreis erstellt. Der Landkreis war dabei einer von zwei Modellprojekten des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen. Bis heute vernetzt das AGENDA 21-Büro des Landkreises Fürstenfeldbruck die aktiven lokalen Agenda 21 Gruppen und andere Initiativen in den jeweiligen Kommunen und informiert die interessierten Bürger*innen. Neben Projekten wie z.B. dem Ernährungsrat liegt ein Schwerpunkt im Landkreis auf Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

  • Detaillierte Beschreibung

    Im Jahr 1997 gründete sich auf Initiative eines Mitarbeiters im Bauamt des Landkreises die Agenda 21, woraufhin im Rahmen eines Modellprojekts des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen in beinahe allen Kommunen des Landkreises lokale Agenda 21-Prozesse ins Leben gerufen wurden. Das Agenda 21-Büro des Landkreises Fürstenfeldbruck vernetzt, koordiniert und unterstützt dabei die Agenda 21-Gruppen und Initiativen im Landkreis Fürstenfeldbruck und informiert die interessierten Bürger*innen. In einem gemeinsamen Leitbildprozess wurde 1998 von allen Kommunen ein Handlungsprogramm erarbeitet.

    Anfangs lag der Fokus der angeregten Projekte vor allem im Energiebereich, z.B. beim Projekt „Brucker Land Sonnenland“, welches den Aufbau von Solarthermie-Anlagen befördert hat, Solarpakete geschnürt wurden und regionale Handwerksbetriebe mit in den Prozess eingebunden wurden. Im Jahr 2012 wurde ausgehend vom Landkreis ein neues Leitbild erstellt, in welches z.T. auch Agenda 21-Gruppen und das Agenda 21-Büro miteingebunden wurden. Dieses Leitbild wird derzeit in einem breiter angelegten Bürgerbeteiligungsprozess überarbeitet.

    Aus sog. „Energieforen“ heraus wurde u.a. der Verein „ZIEL 21 e.V.“ gegründet, der das Ziel des Landkreises bis 2030 klimaneutral zu sein tatkräftig unterstützt. Wie auch andere Projekte der Lokalen Agenda 21, z.B. lokale Repaircafés oder der 2018 gegründete Ernährungsrat kam hier die Initiative aus einzelnen Agenda 21-Gruppen, entwickelte sich weiter und agiert heute weitgehend selbstständig. Das Agenda 21-Büro des Landkreises fungiert dabei als Schnittstelle zum Landratsamt und insbesondere zum Regionalmanagement des Landkreises. Durch einzelne Projektfinanzierungen, Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit und organisatorischer Unterstützung sowie durch verschiedene landkreisweite Veranstaltungen vernetzt das Agenda 21-Büro die kommunalen Agenda 21-Gruppen. In jährlichen Treffen wird sich dabei ausgetauscht und zukünftige Planungen vorgestellt.

  • Zeitlicher Rahmen

    Der Agenda 21 Prozess läuft seit 1997 bis heute. 1998 wurde ein gemeinsames Agenda-Leitbild auf Landkreisebene erstellt. Der Landkreis hat im Jahr 2012 ein neues Leitbild aufgestellt, welches derzeit überarbeitet wird. Nicht alle kommunalen Agenda 21-Gruppen sind heute noch aktiv.

  • Akteure & Steuerung

    Das Agenda 21-Büro des Landkreises Fürstenfeldbruck ist Ansprechpartner für alle kommunalen Agenda 21-Gruppen im Landkreis. Durch eine hauptamtliche Fachkraft, angesiedelt beim Regionalmanagement, werden die einzelnen kommunalen Agendagruppen im Landkreis unterstützt. Die einzelnen Agendagruppen agieren dabei jedoch weitgehend selbstständig und sind in unterschiedlichen Strukturen organisiert – einige eher von kommunaler Seite heraus agierend, einige aus zivilgesellschaftlicher und vollständig ehrenamtlicher Seite heraus. In jährlichen Treffen organisiert vom Landkreisbüro, tauschen sich die einzelnen Agendagruppen untereinander aus. Ein gemeinsam entwickeltes Leitbild fördert dabei die Zielsetzung sowie die Vernetzung untereinander.

  • Kosten & Unterstützungs­möglichkeiten

    Das Agenda 21-Büro des Landkreises Fürstenfeldbruck kann auf ein Budget von 45.000,-€/Jahr für Agenda 21 Projekte zurückgreifen. Durch die personelle Unterstützung können kommunale Agenda 21-Gruppen teilweise auch organisatorisch entlastet werden. Ein Teil des Budgets wird für Honorarkosten im Rahmen von Bildungsveranstaltungen verwendet. Inwieweit einzelne Agenda 21-Gruppen darüber hinaus von den jeweiligen Kommunen gefördert werden ist je nach Kommune unterschiedlich. Das Landratsamt stellt darüber hinaus Räumlichkeiten zur kostenfreien Nutzung für verschiedene Gruppen, Vereine oder Initiativen zur Verfügung.

  • Fördermittel & Sponsoring

    Zum Teil werden Projekte durch Förderungen lokaler Unternehmen, bspw. Sparkassen oder lokalen Stiftungen gefördert.

    Weitere Einnahmen werden u.a. durch Teilnehmer*innen-Beiträge bei Veranstaltungen generiert.

Erfahrungen

  • Was lief gut? Was sind die Erfolgsfaktoren?

    Der gemeinsame Leitbildprozess auf Ebene des Landkreises sowohl 1998 im Agenda 21-Leitbild, als auch 2012 im Landkreis-Leitbild befördert bis heute die Zusammenarbeit und Verständigung unter den verschiedenen Kommunen. Eine personelle und ggf. finanzielle Unterstützung von Projekten ist hier wichtig, da nicht alle Agenda 21-Gruppen kommunal gefördert werden. Die gemeinsamen Treffen verhindern ein Konkurrenzdenken zwischen den einzelnen Kommunen im Landkreis.

    Ein dialogorientierter Umgang miteinander (insbesondere zwischen Kommunen und Ehrenamtlichen) befördert die Anerkennung von Agendagruppen. Persönliche Gespräche sollten immer Vorrang vor dem Weg über die Presse haben und Agenda 21-Gruppen sollten als Unterstützung für den Stadt- oder Gemeinderat gesehen werden und nicht als Protestbewegung.

    Eine Ansiedelung des Agenda 21-Büros beim Regionalmanagement des Landkreises wird aufgrund des hohen Vernetzungsgrades als ehemalige Stabsstelle als positiv bewertet.

  • Was lief weniger gut? Was sind Hindernisse?

    Viele der im Landkreis-Leitbild 2012 entwickelten Maßnahmen wurden zunächst nicht oder nur durch aktives Nachhaken von Agenda21 -Gruppen weiterverfolgt. Auch Anregungen aus Bürgerbeteiligungsprozessen (Klausurtagungen) wurden derzeit nur teilweise berücksichtigt. Es fehlten Zielwerte oder Indikatoren zur erfolgreichen Projektüberprüfung und -umsetzung (diese Schwachstellen sollen zukünftig in einem neuen Leitbildprozess auf Landkreisebene verbessert werden).

    Trotz grundsätzlich positiver Sichtweise auf die Ansiedelung des Agenda 21- Büros beim Regionalmanagement, kann Nachhaltigkeit aufgrund seiner fehlenden Verortung als Stabsstelle, nicht immer im notwendigen Maßstab prioritär behandelt werden.

  • Was am Projekt / Vorhaben ist "Next Practice"?

    Die landkreisweite Vernetzung und gemeinsame Leitbilderstellung markieren die übergreifenden Ziele und Wege dorthin. Durch eine Unterstützung des Landkreises können, ggf. ergänzend zu kommunaler Unterstützung, mehrere Agenda 21-Gruppen vernetzt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Durch einen Schwerpunkt auf Bildung (für nachhaltige Entwicklung) werden grundlegende Weichen für Zukunft gestellt.

  • Übertragbarkeit

    Ein funktionierender Agenda 21-Prozess kann in jeder Kommune gestartet werden, sofern die politische Unterstützung und personelle (auch finanzielle) Rückendeckung gegeben ist. Die Verankerung eines Agenda 21-Büros auf Landkreisebene kann viele Synergieeffekte erschließen, erfordert jedoch eine gemeinsame Verständigung aller (bzw. vieler) Kommunen.

Kontakt

Frau Michaela Bock
AGENDA 21 digital vernetzt
Münchner Str. 32
82256 Fürstenfeldbruck


Telefon: 08141-519-336 E-Mail: michaela.bock@lra-ffb.deWebsite: https://agenda21-ffb.de/

Weiterführende Informationen

  • Im Rahmen der Transition Town Bewegung („Stadt im Wandel“) gestalten seit 2007 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile gemeinschaftlich organisierte Gesellschaft und relokalisierte Wirtschaft. Die Homepage bietet u.a. eine Karte mit Initiativen im deutschsprachigen Raum.

    transitionnetwork.org
  • Die Publikation „Lokale Qualitäten, Kriterien und Erfolgsfaktoren nachhaltiger Entwicklung kleiner Städte – Cittaslow“ soll Aufmerksamkeit für die Stadtpolitik in kleinen und mittleren Städten schaffen, zum Nachdenken anregen und Gestaltungsmöglichkeiten für eine nachhaltige und kooperative Stadtentwicklung aufzeigen.

    www.cittaslow.de
  • Die Homepage gibt eine Übersicht darüber, welche Rolle eine Gemeinde im Rahmen der Gemeinwohlökonomie einnehmen kann. Zusätzlich werden hier Arbeitsunterlagen für die Erstellung einer GWÖ-Bilanz für Gemeinden bereitgestellt

    web.ecogood.org
  • Das entwicklungspolitische Engagement von Kommunen und Zivilgesellschaft ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Um diese Entwicklung zu stärken, unterstützt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) kommunale Akteure und Aktivitäten nicht nur inhaltlich und organisatorisch, sondern auch durch geeignete finanzielle und personelle Maßnahmen.

    skew.engagement-global.de
  • Hier findet sich ein Praxisleitfaden für „mehr BIO in Kommunen“. Er stellt Städten und Gemeinden ein umfassendes Nachschlagewerk zur Verfügung, dass den gesamten Prozess der Einführung von Biolebensmitteln begleiten kann.

    www.biostaedte.de