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Projektinfos

  • Projektstandort

    Ascha in Bayern

  • Hintergrund

    Gemeinsam geben in der kleinen Gemeinde Ascha Bürgermeister und zivilgesellschaftliche Akteure im Zukunftsforum der Lokalen Agenda 21 Ascha wirkungsvolle Impulse bei der Gemein-deentwicklung in Sachen Nachhaltigkeit.

  • Detaillierte Beschreibung

    Der Prozess einer Dorferneuerung im Jahr 1992 gab in der Gemeinde Ascha einen Entwicklungsschub für bürgerschaftliches Engagement. Die zeitweilig etwas eingeschlafenen Arbeitsgemeinschaften wurden 1998 durch die Gründung der Kommunalen Agenda 21 wieder mit Leben gefüllt. Gemeinsam wurde ein Aktionsprogramm entworfen („Wege von der Vergangenheit in die Zukunft“) und sich auf Ziele für das Jahr 2020 geeinigt. Als Steuerungsgremium wurde das Zukunftsforum ins Leben gerufen, welches bis heute die gemeinsame Ausrichtung der verschiedenen Projektgruppen organisiert und koordiniert. Als gemeinsamer Besprechungs- und Arbeitsraum entstand die „Dorfwerkstatt“. Es werden regelmäßige Treffen, Workshops und Veranstaltungen zu den Themenfeldern Landwirtschaft, Wasser, Landschaftspflege, Wirtschaft, Siedlungs- und Dorfentwicklung, Energie und Einrichtungen für die Kommune (Soziales, Kultur, Infrastruktur) abgehalten sowie konkrete Projekte verfolgt, zum Beispiel:

    • Die Vernetzung von 12 Häusern in einer Energiesiedlung
    • Flächensparendes Bauen
    • „Energiepaket“ (ermöglicht Förderung für Grundstückskäufer*innen)
    • Teil-Klimaschutzkonzept (bringt v.a. morali-sche Unterstützung)
    • ILE hat Streuobstwiesen und -Vermarktung ins Leben gerufen
    • Freiherr-von-Weichs-Schule ausgezeichnet als Umweltschule und Internationale Agen-da 21 Schule (u.a. Schulgarten mit Garten-bauverein)
  • Zeitlicher Rahmen

    Seit 1998 (+ Gründung Zukunftsforum)

    Entwicklung Aktionsprogramm 2001, Fortschreibung im Jahr 2009

  • Akteure & Steuerung

    Das entscheidende Gremium der Kommunalen Agenda 21 in Ascha ist der Steuerungskreis des Zukunftsforums, in welchem u.a. diskutiert wird, ob Themen und Vorschläge aus den Arbeitsgruppen realisierbar sind, das Budget aufgestellt wird und Kostenvorschläge eingeholt werden (Bürgermeister ist Teil und Leiter des Steuerungskreises). Wenn der Steuerungskreis (Zukunftsforum) zustimmt, können Anträge oder Vorschläge zur Abstimmung in den Gemeinderat bzw. an den Bürgermeister getragen werden. Insgesamt drei Projektgruppen arbeiten im Zukunftsforum zusammen (Landwirtschaft, Wasser & Landschaftspflege, Energie, Wirtschaft & Dorfentwicklung sowie Soziales, Kultur & Infrastruktur) und treffen sich regelmäßig auf Einladung der/s jeweilige*n Projektgruppenleiter*in.

     

    Kooperationen:

       

    • Eingebunden in Prozess des Klimaschutz-Teilkonzepts der Gemeinde Ascha
    • Kooperation und Zusammenarbeit mit ILE-Nord 23 (Bsp.: plastiktütenfreie Region)
    • Kapellenverein
    • Vorträge bei Parteien und Gewerkschaft
    • Aschinger Weg
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  • Kosten & Unterstützungs­möglichkeiten

       

    • Unterstützung durch Bürgermeister = Vorbild; wirkt auf Gemeinderat, sorgt für Veröffentlichungen, wirkt selbst mit und unterschreibt Initiativen
    • Gemeinde subventioniert E-Roller
    • Budget von 50.000€/Jahr
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  • Fördermittel & Sponsoring

       

    • Finanzierung teilweise von außen (KfW)
    • Selten Sponsoren (lokaler Unternehmen)
    • Fördermittel (z.B.: LEADER; 2000€ pro Bürgerbeteiligungs-Workshop)
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Erfahrungen

  • Was lief weniger gut? Was sind Hindernisse?

       

    • Viele Erfolge bei Voraussetzungen wie in anderen Dörfern (abgesehen von bestehendem Fernwärmenetz)
    • Erfolgreiche Energiewende durch Vielzahl an Projekten: 50/50-Projekt (Energieverbrauch halbieren in Schulen), Informationsveranstaltungen für Schüler*innen, Energiegemeinschaft, Bürgersolarkraftwerk, Broschüre Energie sparen

    • Große und konsequente Unterstützung der Kommunalen Agenda durch den Bürgermeister
    • Nachhaltigkeitspreis 2016
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  • Was am Projekt / Vorhaben ist "Next Practice"?

    Umsetzung von Ideen und Visionen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Gemeinde. Ehrenamtliche Zusammenarbeit von Bürgermeister, Mitarbeiter*innen der Gemeinde und Bürger*innen. Frühzeitiges Erkennen von gesellschaftlichen Herausforderungen (bspw. im Bereich Energie) und konsequente Umsetzung der notwendigen Maßnahmen und gemeinsamen Ziele.

  • Übertragbarkeit

    Ein funktionierender Agendaprozess kann in jeder Kommune gestartet werden, sofern die politische Unterstützung und personelle (auch finanzielle) Rückendeckung gegeben ist. Die Gemeinde Ascha zeigt auch, wie ausschlaggebend und beispielhaft das Engagement einzelner Politiker*innen sein kann.

Kontakt

Hr. Wolfgang Zirngibl
Bürgermeister Gemeinde Ascha


Telefon: 09661-701388 E-Mail: wolfgang.1bm@t-online.deWebsite: http://www.ascha.de/index.php?ber=dokumente

Weiterführende Informationen

  • Das Handbuch Lokale Agenda 21 vom Umweltbundesamt (UBA) aus dem Jahr 1998 beinhaltet Wissen und Erfahrungen zum Thema „Lokale Agenda 21“. Durch praxisnahe Erhebungen wird anschaulich vermittelt, was eine Lokale Agenda für eine Kommune bedeutet und welches die anzustrebenden Ziele sind.

    www.umweltbundesamt.de
  • Der Abschlussbericht „Rio+20 vor Ort – Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven lokaler Nachhaltigkeitsprozesse in Deutschland“ wurde im Vorfeld der Rio+20-Konferenz von langjährigen Nachhaltigkeitsakteuren angeregt und bietet wichtige Einblicke, Erfahrungen und Lehren aus den Agendaprozessen.

    www.izt.de
  • Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die am 25. September 2015 beim UNO Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet worden ist, stellt mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) einen Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit dar.

    sustainabledevelopment.un.org