Zum Inhalt springen

Projektinfos

  • Projektstandort

    Heidelberg in Baden-Württemberg

  • Hintergrund

    Die Agenda in Heidelberg ist städtisch geprägt, wird aber zivilgesellschaftlich unterstützt. Das Agenda-Büro ist eine Abteilung im Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie und kann dadurch an verschiedenen Stellen in die Stadtverwaltung hineinwirken.

  • Detaillierte Beschreibung

    In Heidelberg gibt bereits seit 1997 der Stadtentwicklungsplan (=STEP) die Leitlinien und Ziele für die Kommunalpolitik vor und ist damit zugleich Heidelbergs Lokale Agenda, sein Programm für eine nachhaltige Entwicklung. Mit der Einrichtung eines Agenda-Büros im Jahr 1999 wurde der Agenda-Prozess als Stabsstelle direkt dem Oberbürgermeister-Referat untergeordnet. Im Jahr 2008 wurde das Agendabüro im Zuge einer Verwaltungsumstrukturierung dem Umweltamt zugeordnet, wo es eine eigene Abteilung bildet. Zu den Aufgaben des Agenda-Büros gehören bis heute unter anderem nachhaltiger Konsum (Regional-, Bio-, Fair-Trade-Kampagnen etc.), Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Nachhaltigkeitsmanagement innerhalb der Stadtverwaltung. Der Begriff der Lokalen Agenda 21 wird heute kaum mehr genutzt. Auch aufgrund der strategischen und globalen Nachhaltigkeitsindikatoren der Sustainable Development Goals (SDGs) wurde in Heidelberg bereits früh eine zukünftige Hinwendung und Weiterentwicklung im Rahmen der Agenda 2030 diskutiert. Die Ziele des STEP werden bereits seit 2004 in regelmäßigen Abständen durch eine indikatorengestützte Erfolgskontrolle im Rahmen von Nachhaltigkeitsberichten überprüft – zuletzt im Jahr 2018.

  • Zeitlicher Rahmen

    Der Entstehungsprozess der Lokalen Agenda 21 in Heidelberg ist kommunal geprägt. Aufbauend auf einer gut zweijährigen Debatte, an der in fünf Podiumsdiskussionen auch viele Heidelberger*innen beteiligt werden konnten, wurde im Jahr 1997 ein Stadtentwicklungsplan „Heidelberg 2015“ verabschiedet, dessen Handlungsrahmen die Grundlage und den Kern der Lokalen Agenda 21 darstellt.

  • Akteure & Steuerung

    Das Agenda-Büro ist dem Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie zugeordnet, wo es eine eigene Abteilung bildet. Durch das Agenda-Büro und dem Eine-Welt-Zentrum Heidelberg (EWZ) bestehen in Heidelberg besonders viele Schnittstellen zwischen umweltpolitischen Projekten, Bildung, nachhaltigem Konsum und weiteren Querschnittsthemen bspw. aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Eigene Arbeitsgruppen gibt es in diesem Sinne nicht, stattdessen werden direkt Vereine oder Organisationen gefördert und unterstützt.

  • Kosten & Unterstützungs­möglichkeiten

    Neben zwei vollen und zwei halben Stellen im Agendabüro werden u.a. über Unterstützung bei Projektanträgen Teilzeitstellen im EWZ gefördert sowie institutionelle Förderungen bspw. durch Mietkostenzuschüsse gewährt (30% Bundesförderung, 20% städtische Förderung, 25% Mieteinnahmen und 25% divers wie Eigeneinnahmen, Sponsoring, etc.). Neben einer Förderung einzelner Projekte (bspw. Afrikatage) können darüber hinaus auf einen Zuwendungsantrag hin jedes Jahr Haushaltsmittel im Rahmen von 70.000 € für Agendaprojekte verwendet werden sowie Räumlichkeiten, Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit oder Netzwerkarbeit beantragt werden.

  • Fördermittel & Sponsoring

    Zusätzlich können auch in anderen Zuständigkeitsbereichen der Stadtverwaltung Mittel bekommen werden. Das EWZ bezieht darüber hinaus auch eigene finanzielle Mittel z.B. bei kirchlichen Trägern, Bundesförderungen oder der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit, fordert jedoch auch eine Änderung der Fördermittelstruktur weg von Projektförderung hin zu langfristigen Unterstützungen.

Erfahrungen

  • Was lief gut? Was sind die Erfolgsfaktoren?

    Die Personalausstattung des Agenda-Büros ist gut. Durch die organisationale Einbindung der Agenda-Prozesse in die Stadtstruktur, nachhaltigkeitsbezogene Entwicklungskonzepte der Stadt und die dadurch breite politische Unterstützung kann das Agenda-Büro darüber hinaus gut auf Politik und Verwaltung einwirken.

  • Was lief weniger gut? Was sind Hindernisse?

    Die Breite des Aufgabenspektrums des Agenda-Büros muss den personellen Ressourcen entsprechen. Darüber hinaus muss für die gesamte Agenda die Finanzierung gesichert und langfristig planbar sein.

  • Was am Projekt / Vorhaben ist "Next Practice"?

    Ein prägender Meilenstein des Agenda-Prozesses in Heidelberg war der zivilgesellschaftlich initiierte Zusammenzug von Umwelt- und Eine-Welt-Gruppen im Jahr 2012 im Eine-Welt-Zentrum (EWZ), welchem heute mehr als 40 Vereine und Organisationen angehören und welches mehr als 20 Büros für unterschiedliche Gruppen bietet, die teilweise lokal, teilweise aber auch global tätig sind.

  • Übertragbarkeit

    Heidelberg treibt die eigene Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Zukunft entschlossen voran. Die personelle, materielle und finanzielle Unterstützung seitens der Stadt macht es den Agenda-Akteuren möglich, erfolgreich auf verschiedensten Ebenen auf eine nachhaltige Entwicklung hinzuwirken. Speziell für kleinere Kommunen könnte ein vergleichbarer Aufwand allerdings schwer zu finanzieren sein.

Kontakt

Kristina Wetzel
Prinz-Carl
Kornmarkt 1
69117 Heidelberg


Telefon: 06221-58-18140 E-Mail: kristina.wetzel@heidelberg.deWebsite: http://www.heidelberg.de/nachhaltig

Weiterführende Informationen

  • Das Handbuch Lokale Agenda 21 vom Umweltbundesamt (UBA) aus dem Jahr 1998 beinhaltet Wissen und Erfahrungen zum Thema „Lokale Agenda 21“. Durch praxisnahe Erhebungen wird anschaulich vermittelt, was eine Lokale Agenda für eine Kommune bedeutet und welches die anzustrebenden Ziele sind.

    www.umweltbundesamt.de
  • Der Abschlussbericht „Rio+20 vor Ort – Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven lokaler Nachhaltigkeitsprozesse in Deutschland“ wurde im Vorfeld der Rio+20-Konferenz von langjährigen Nachhaltigkeitsakteuren angeregt und bietet wichtige Einblicke, Erfahrungen und Lehren aus den Agendaprozessen.

    www.izt.de
  • Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die am 25. September 2015 beim UNO Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet worden ist, stellt mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) einen Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit dar.

    sustainabledevelopment.un.org