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Projektinfos

  • Projektstandort

    Bayreuth in Bayern

  • Hintergrund

    Das TransitionHaus Bayreuth ist ein gemeinsames Projekt vieler verschiedener Menschen und Initiativen in Bayreuth. Gemein ist allen der Wunsch nach dem Aufbau einer Gemeinschaft, die einen sozialen, ökonomischen und ökologischen Wandel in der Bayreuther Gesellschaft begünstigen soll.

  • Detaillierte Beschreibung

    Der TransitionHaus Bayreuth e.V. wurde am 27. August 2015 in Bayreuth gegründet. Der Verein wurde ins Leben gerufen, um die Ideen der Transitionbewegung umzusetzen und die Verwirklichung eines gemeinsam nutzbaren, offenen Hauses in Bayreuth zu realisieren. Der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte Verein schafft die institutionelle Basis für das Projekt. Als Verein und mit Hilfe des TransitionHauses möchten die verschiedenen Gruppen die Vernetzung der gemeinnützigen Initiativen fördern und dabei Synergieeffekte eines gemeinsamen Ortes nutzen. Die Initativen, d.h. die am Haus beteiligten Vereine, Gruppen und Kreise führen ihr eigenes Programm möglichst selbstständig und autonom durch. Natürlich muss dies zu den Grundlagen (geldzwangfrei, ökologisch, solidarisch, …) des Gesamtprojektes passen. Im Herbst 2015 wurde zunächst für drei Monate das Projekt hAusprobieren in einem zwischenzeitlichen Leerstand umgesetzt. Von Juni 2016 bis Ende Juni 2018 befand sich das TransitionHaus zentral gegenüber dem neuen Schloss in der Innenstadt. Um langfristig an einem Ort bleiben zu können wurden anschließend Unterstützungen durch sog. „Quadratmeterpatenschaften“ organisiert und Haushaltsmittel der Stadt Bayreuth beantragt. Derzeit befindet sich das Projekt in der Renovierungs- und Planungsphase für ein langfristig nutzbares, gemeinsames Haus in Nähe zur Innenstadt.

  • Zeitlicher Rahmen

    Beginn 2015; hAusprobieren Herbst 2015; Zwischennutzung Ludwigstr. 2016-2018; Zwischennutzung MamaMia 2018-2019; TransitionHaus Schulstraße 2019-…

  • Akteure & Steuerung

    Der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte Verein TransitionHaus Bayreuth e.V. schafft die institutionelle Basis für das Projekt. Das TransitionHaus besteht unter anderem aus verschiedener Initiativen, von denen viele schon lange existieren. Sie setzen ihre Arbeit komplett oder größtenteils ehrenamtlich um und bringen Projekte eines sozialen und ökologischen Wandels voran. Alle zwei Wochen trifft sich der „Orgakreis“ und bespricht die wesentlichen Themen. Zu diesem Kreis können alle Interessierten dazu stoßen und stellt die basisdemokratische Grundlage des Gesamtprojektes dar. Entscheidungen werden im Konsens, mindestens aber nach dem Systemischen Konsensieren getroffen (ungefähr der kleinst-mögliche Widerstand). Teilnehmende Initiativen sind u.a. Bayreuth von morgen – Stadtrundgang mit Vision, Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V., Digitalcourage Hochschulgruppe Bayreuth, Essbare Stadt Bayreuth e.V., Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt FlickWerk, foodsharing Bayreuth, Verbrauchergemeinschaft Hamsterbacke e.V., Nähcafé, Papierpilz Bayreuth, RepairCafé Bayreuth, SoLaWi Bayreuth e.V. – Verein zur Förderung der Solidarischen Landwirtschaft, Summer in der City e.V. – für ein insektenfreundliches Bayreuth und mehr Biodiversität, TransitionCafé, Umsonstflohmarkt, VolXküche – Küche für Alle!, Zirkus Jam Session.

  • Kosten & Unterstützungs­möglichkeiten

    Die Kommune (in diesem Fall die Stadt Bayreuth) kann unterstützend tätig sein, entsprechende Räumlichkeiten entweder selbstständig zur Verfügung zu stellen oder bei der Suche bzw. Finanzierung von Räumlichkeiten zu unterstützen. Im Falle des TransitionHauses Bayreuth wurden vonseiten des Vereins Anträge auf Unterstützung durch Haushaltsmittel gestellt.

  • Fördermittel & Sponsoring

    Das TransitionHaus Bayreuth finanziert sich über sog. „Quadratmeter-Patenschaften“, bei denen Unterstützer*innen einen symbolischen Quadratmeter der Miete des gesamten Hauses bezahlen. Preisgeld von 10.000,-€ im Rahmen von „Helden der Heimat“ der Adalbert-Raps-Stiftung in der Kategorie „Zukunftshelden“. Darüber hinaus wurden vonseiten des Vereins Anträge auf Unterstützung durch Haushaltsmittel gestellt.

Erfahrungen

  • Was lief gut? Was sind die Erfolgsfaktoren?

    Bestehende und sich neu gründende Gruppen und Initiativen zusammenbringen und zunächst gemeinsame Visionen, Werte und Ziele erarbeiten. Durch Ausprobieren bspw. im Rahmen von Zwischennutzungen konnte schnell und kostengünstig ins konkrete Handeln gekommen werden. Hierarchiearme Organisation, regelmäßige Wechsel von Vorständ*innen etc, wechselnd moderierte Gruppenprozesse und basisdemokratische Entscheidungsfindung. Erreichtes gemeinsam feiern!

  • Was lief weniger gut? Was sind Hindernisse?

    Das Fehlen von Möglichkeiten institutioneller oder langfristiger Fördermöglichkeiten (Projektorientierung in diesem Fall nicht hilfreich). Teils sehr hoher bürokratischer Aufwand im Umgang mit Behörden, Stellen oder Projektmittelgebern. Gemeinsame Gruppenprozesse benötigen eine Balance zwischen gemeinsamem bedürfnisorientiertem Erleben & Gruppenfindung und zielorientiertem „Anpacken“ & notwendigem Erledigen, was nicht immer einfach ist

  • Was am Projekt / Vorhaben ist "Next Practice"?

    Die Nutzung und Angebote des Hauses und des Vereins sind gänzlich „geldzwangfrei“, d.h. ohne Beiträge oder Eintrittspreise nutzbar. Die Finanzierung des Gesamtprojekts basiert auf dem Solidargedanken. Entscheidungen, die das gemeinsame TransitionHaus betreffen werden von allen beteiligten Menschen gemeinsam und im Konsens bzw. nach dem Prinzip des systemischen Konsensierens getroffen.

  • Übertragbarkeit

    Der Aufbau eines gemeinsam nutzbaren Hauses benötigt ein hohes Engagement einer Vielzahl von Beteiligten, idealerweise bereits existierende Initiativen mit einem gemeinsamen Ziel und eine gute Gruppenkommunikation. Um langfristig tragbar zu sein bedarf es einer gesicherten Finanzierung und einer dementsprechend hohen Unterstützung aus der Stadtgesellschaft, u.U. kann dies auch durch kommunale Unterstützung gesichert werden bspw. indem kommunale Räume oder Flächen kostengünstig oder -frei zur Verfügung gestellt werden.

Weiterführende Informationen

  • Das Programm »Engagierte Stadt« unterstützt den Aufbau bleibender Engagementlandschaften in Städten und Gemeinden in Deutschland und fördert Kooperationen statt Projekte. Auf der Webseite erhalten Sie u.a. einen Überblick und Zugang zu weiterführenden Materialien rund um das Thema Engagement und Zivilgesellschaft

    www.engagiertestadt.de
  • „Die Karte von Morgen“ stellt online auf einer interaktiven Karte Projekte, Initiativen und Unternehmen vor, die den aktuellen sozialen, ökologischen und ökonomischen Verhältnissen Alternativen entgegensetzen. Die Karte vernetzt bestehende Initiativen und Gruppen. Nach dem Wiki-Prinzip können sich weitere Gruppen, Initiativen und Unternehmen selbständig in die Karte eintragen, so wirken viele Akteure an der Ausweitung des Projekts mit.

    kartevonmorgen.org
  • Die Initiative „Allianz für Beteiligung e.V.“ ist ein Netzwerk für Baden-Württemberg, dass sich für die Stärkung von Zivilgesellschaft und Bürger*innenbeteiligung einsetzt. Die Allianz entwickelt Maßnahmen, um die Beteiligung von Bürger*innen in Baden-Württemberg nachhaltig zu verankern. Die Arbeit des Netzwerks umfasst Bildungsangebote, Veranstaltungen und Förderprogramme zum Thema Bürger*innenbeteiligung.

    allianz-fuer-beteiligung.de
  • Die Homepage des LBE (Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern) stellt Literatur und Studien zu verschiedenen Aspekten des Bürger-schaftlichen Engagement bereit.

    www.lbe.bayern.de
  • Die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie Süd (RENN.süd) stellen auf ihrer Homepage ein breites Angebot an Informationsmaterialien zur Verfügung. Diese reichen von unterschiedlichen Themen wie dem fairen Fußball, bis hin zu Hinweisen zur Durchführung nachhaltiger Veranstaltungen.

    www.renn-netzwerk.de